Gedenkfeier für Ulvi Cemal Erkin in Frankfurt

Der berühmte türkische Komponist, Ulvi Cemal Erkin, wurde anlässlich seines 100. Geburtstags mit einer Gedenkfeier geehrt. In der Musikhochschule Frankfurt hat der Pianist Wolfgang Schneider ausgewählte Werke Erkins vorgetragen.
Schneider hat an diesem Klavierabend unter dem Motto „Duyuþlar – Eingebungen“ nicht nur Musikstücke von Erkin, sondern auch Werke des deutschen Komponisten, Paul Hindemith und Kara Karayev, Komponist aus Aserbaidschan, interpretiert. Hindemith hatte während des Dritten Reichs Deutschland verlassen und von 1935-1937 in der Türkei gearbeitet.

 

Zahlreiche deutsche und türkische Musikliebhaber haben das Konzert besucht, unter  Anwesenden waren auch der türkische Generalkonsul für Frankfurt, Salih Bogaç Güldere in Begleitung seiner Gattin nebst zwei weiteren türkischen Diplomaten. Güldere wies in seiner Rede vor dem Konzert darauf hin, dass Erkin großen Einfluss auf die Weiterentwicklung der zeitgenössischen klassischen Musik in der Türkei hatte. Des Weiteren erinnerte der Konsul daran, dass der Künstler der Bruder von Feridun Cemal Erkin war, der nachdem er in etlichen europäischen Ländern als Botschafter gearbeitet hatte von 1962-1965 das Amt des türkischen Außenministers innehatte. Aus diesem Grunde sei der Name Erkin auch auf dem Feld der internationalen Politik sehr bekannt.

 

 

Die Veranstaltung wurde von Bund türkischer JournalistInnen in Europa (ATGB) organisiert. Unterstützer der Musikaufführung waren das türkische Generalkonsulat, das türkische Attaché für Tourismus, das Amt für multikulturelle Angelegenheiten und der Frankfurter Tonkünstlerbund.

Ulvi Cemal Erkin wurde 1906 in Istanbul geboren. Seine musikalische Ausbildung absolvierte er in Frankreich. Als er 1930 in seine Heimat zurückkehrte, wurde er an das neu gegründete Staatskonservatorium Ankara berufen. Später wurde er Direktor des Instituts. Seine Frau Ferhunde Erkin, die erste türkische Konzertpianistin, hat das ihr gewidmete Klavierkonzert in Ankara uraufgeführt und später in der ganzen Welt gespielt; mehrfach auch in Deutschland, dem Land in dem sie Musik studiert hatte. Erkins Werke wurzeln in der türkischen Folklore, den traditionellen Modi und der Philosophie der islamischen Mystik und vereinigen diese Elemente mit den Regeln der westlichen Musik. Der Tonkünstler Erkin starb 1972.