Wein und darüber hinaus

Ampelographi: Rebenkunde , die Wissenschaft der Erkennung und Beschreibung von Rebsorten anhand äußerer Merkmale , v. a. Blätter .
Blattrollkrankheit: Viruskrankheit .
Botrytis cinerea: Ein Schimmelpilz , der eine unerwünschte Form der Fäule - die Graufäule - und eine erwünschte, zur Entstehung hochfeiner süßer Weißweine führende Form - die Edelfäule - hervorrufen kann.
Chaptalisation: In kühleren Weinbaugegenden geübte Praxis, bei der dem Most im Gärtank Zucker beigemischt wird, um alkoholstärkeren ( nicht süßeren) Wein zu erzielen .
Coulure: Siehe Verrieseln.
Echter Mehltau: Pilzkrankheit .
Edelfäule: Erwünschte Form von Botrytis cinerea .
Eiche: Die am häufigsten für die Herstellung von Weinfässern verwendete Holzart ist berühmt für ihren günstigen Einfluß auf die Geschmacksentfaltung vieler Weine .
Ertrag: Die Ausbeute an Lesegut bzw. Wein, meist ausgedrückt in Hektoliter pro Hektar (hl/ha).
Erziehung: Die Gestaltung einer bestimmten Wuchsform der Rebe, meist um Pflegearbeiten zu erleichtern.
Extrakt: Die in einem Wein enthaltenen Feststoffe, d. h. praktisch alles außer Wasser und Alkohol .
Falsche Mehltau: Pilzkrankheit.
Faßausbau: Aufbewahrung eines Weins im Faß zwischen Gärung und Abfüllung, wobei er im Beisein kleiner Luftmengen ein natürliche Stabilisierung erfährt und möglicherweise, je nach Alter und Größe des Fasses und der Dauer des Ausbaus, Geschmacksstoffe und Tannin aus dem Holz in sich aufnimmt .
Faßgärung: Bei hochwertigen Weißweinen ist es üblich, den Gärprozeß in kleinen Fäern ablaufen zu lassen.
Fruchtansatz: Im Frühsommer unmittelbar nach der Blüte setzt der befruchtete Teil der Blüten Beeren an. Je größer dieser Anteil ist, desto stärker fällt der Ertrag aus.
Fruchtfleisch: Das fleischige Innere der Traube liefert den größten Teil des im Traubensaft enthaltenen Wassers und Zuckers sowie der Säuren. Außer bei rotfleischigen Teinturier-Sorten ist das Fruchtfleisch unabhängig von der Farbe der Beerenhaut stets hell bis grau.
Gärung: Der Prozeß der Umwandlung von Zucker im Traubenmost zu Alkohol im Wein durch die Tätigkeit von Hefe.
Hefesatzaufrühren: Der nach dem Gärprozeß im Faß verbliebene Hefesatz (Geläger) wird insbesondere während des Ausbaus faßvergorener Weißweine aufgerührt, um diesen kräftigeren Geschmack zu verleihen.
Hybride: Eine durch Kreuzung verschiedener Spezies gezüchtete Rebsorte.
Jahrgang: Das Jahr der Entstehung eines Weins bzw. des ihm zugrunde liegenden Leseguts.
Kerne: Der Teil der Traube, der das Tannin enthält . Beim Keltern wird darauf geachtet, die Kerne nicht zu beschädigen, um das Austreten von Bitterstoffen zu vermeiden.
Kleinbeerigkeit ( Millerandage ): Durch mangelhafte Befruchtung - oft infolge ungünstigen Wetters - verursachte Unregelmäßigkeit beim Fruchtansatz, die dazu führt, daß in einem Fruchtstand Beeren stark unterschiedlicher Größe vorkommen.
Klon: Von einer bestimmten Attributen ausgewählten Mutterpflanze vermehrte Spielart einer Rebsorte.
Kohlensäuremaischung: Eine Technik zur Bereitung sehr fruchtiger, früh trinkreifer Rotweine, bei der kein Zerkleinern der Frucht stattfindet, so daß sich der Gärprozeß im Inneren der Beeren abspielt.
Kreuzung: Eine von Elternreben derselben Spezies entstandenes Neuzüchtung.
Laubdach: Der über der Erde befindliche Teil der Rebe, insbesondere das Laub.
Laubpflege: Auf bestimmte Zwecke, meist auf die Optimierung des Fruchtbehangs und der Weinqualität abgestimmte Maßnahmen zur Manipulation des Laubdachs.
Malolaktische Säureumwandlung: Während oder nach der alkoholischen Gärung stattfindender bakterieller Säureabbau, bei dem die scharfe Apfelsäure in die Milchsäure umgewandelt wird.
Millerandage: Siehe Kleinbeerigkeit.
Mostgewicht: Süßegrad bzw. Zuckergehalt des Traubenmost.
Mutation: Genetische Veränderung, bei bestimmten Rebsorten vor allem der Fruchtfarbe.
Öchsle
: Deutsches Maß für den Reifegrad der Trauben.
Pflanzdichte: Die Anzahl von Weinstöcken auf einer Flächeneinheit - eine wichtige Kenngröße im Weinbau.
Reblaus: Rebenschädling .
Rebschnitt: Unbetretbar die für die Weinqualität ausschlaggebende Tätigkeit im Weinbaujahr; die Rebe wird im Winter auf eine gewisse Zahl von Augen zurückgeschnitten, die den Ertrag des nächsten Jahres bestimmt. Obwohl noch andere Faktoren im Spiel sind, erbringen doch im Ertrag eingeschränkte Reben in der Regel konzentrierteren Wein.
Reisigkrankheit: Viruskrankheit .
Säuren: Eine Gruppe chemischer Verbindungen, die den Wein pikante, erfrischende Art verleihen. Die im Traubensaft am häufigsten vorkommenden Säuren sind die Weinsäure und Apfelsäure.
Schale: Die Beerenhaut der Traube enthält den Hauptanteil der bei Rotwein insgesamt, bei Weißwein nur zum Teil erwünschten Geschmacks-, Farb - und Gerbstoffe.
Stiel:  Der verholzte Teil des Fruchtstands der Rebe weist starken Gehalt an oft strengen Tannien auf und wird deshalb vor dem Gärprozeß mit Hilfe einer Entrappmühle teilweise oder ganz entfernt.
Tannin: Der in den Traubenkernen, - schalen und stielen vorkommende, vom schwarzen Tee her als herber Geschmackssubstanz bekannte Gerbstoff; er trägt zur Konservierung von Rotweinen während der Flaschenreife bei.
Umveredeln: Aufpfropfen einer neuen Rebsorte auf im Weinberg eingewurzelte Weinstöcke; eine zunehmend verbreitete Praxis.
Veredeln: Imweitesten Sinn das Einsetzen eines Teils einer (edleren) Pflanze in eine andere, so daß diese sich vereinigen und gemeinsam weiterwachsen. Im Weinbau handelt es sich meist um das Aufpfropfen einer europäischen Ertragsrebe auf eine oft wegen ihrer Reblausfestigkeit gewählte Unterlagsrebe.
Verrieseln (Coulure): Mangelhafter Fruchtansatz, der den Ertrag eines Jahres beträchtlich mindern kann. Nach der Blüte fällt, vor allem bei unbeständigem kühlem Wetter, ein großer Teil der in Entstehung begriffenen Beeren ab. Manche Rebsorten sind hierfür anfälliger als andere.
Vinfera: Eine Rebenspezies Europäischen Ursprungs; in sie fallen fast alle bekannten Rebsorten.
Vitis: Die Gattung Rebe.
Wüchsigkeit: Die natürliche Trieb- und Wuchskraft der Rebe.
Zucker: Die im Verlauf des Reifevorgangs in der Traube angesammelten Kohlehydrate werden durch den Gärprozeß in Alkohol umgewandelt.

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