Currywurst und
Döner-Integration in Deutschland
Cem Özdemir
Gustav Lübbe Verlag
272 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
DM 38,- ISBN 3-7857-0946-3
Doppelte Staatsangehörigkeit,
Islamunterricht an deutschen Schulen, politisches Asyl: Cem Özdemir gehört zu den
meistgefragten Politikern, wenn es um "Ausländerfragen" in Deutschland geht -
denn er weiß, wovon er spricht. In seinem hochaktuellen Buch nimmt er Stellung zur
hitzigen Diskussion der Gegenwart.
Immer schon hat Deutschland den kulturellen Reichtum anderer Länder in sich aufgenommen,
ob er mit den Hugenottenflüchtlingen kam, den polnischen Grubenarbeitern im Revier oder
den italienischen "Gastarbeitern" der fünfziger Jahre. Currywurst und Döner,
Frühlingsrolle und Pizza, Gyros und Chianti - wenn's ums Essen geht', haben wir die
multikulturelle Gesellschaft schon längst verwirklicht. Zeit, den ersten Schritt zu tun.
Deutschland war und ist ein Einwanderungsland, wie es auch immer für viele Millionen
seiner Landeskinder, die selbst eine neue Heimat suchen, ein Auswanderungsland war. Und
die Globalisierung tut heute das ihre dazu. Die drängenden Probleme liegen auf der Hand,
und wir können nicht mit den Rezepten der Vergangenheit die Gegenwart und die Zukunft
bewältigen.
Özdemir zeigt in aller Deutlichkeit, wo deutsche Politik bisher versagt hat, um eine
Integration der neuen Bürger über ein befristetes Zweckbündnis für Arbeit hinaus zu
verwirklichen. In einem sehr detaillierten Rückblick schildert er, wie es zu der heutigen
Misere kam und wie der Fall der Mauer alte Probleme verschärft und neue geschaffen hat.
Aus dieser Kenntnis heraus fordert er die Reform des Staatsbürgerschaftsrechts, die
Sicherung des Asylrechts wie auch die grundlegende Umgestaltung der gesamten
Integrationspolitik. Es darf keinen Kampf der Kulturen geben: Ein staatlicher
Religionsunterricht muß künftig ebenso selbstverständlich sein wie die freie Entfaltung
von Sprache und Kultur, die durch ein Antidiskriminierungsgesetz und ein
Integrationsministerium geschützt und gefördert werden müssen.
Cem Özdemir Vision der Zukunft ist nicht der Eintopf einer multikulturellen, sondern die
Vielfalt der interkulturellen Gesellschaft. Ein Buch für jeden, der begriffen hat, daß
es ein "germanisches " Deutschland nicht gibt.
Der Autor:
Cem Özdemir, geboren 1965 in Bad
Urach, ist Diplom-Sozialpädagoge. Seit 1994 ist er Mitglied des Bundestages für die
Grünen und des Bundesparteirats von Bündnis
90/Die Grünen. Mitglied im BUND, Verkehrsclub Deutschland, bei amnesty international,
"Immigrün-Bündnis
der neuen Inländerinnen e.V.", Bundesvorsitzender von "Aktion Courage e.V.- S.O.S.
Rassismus". Ab 1998 Innenpolitischer Sprecher der Bundesregierung.

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